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Exorzismus in Deutschland: Existiert die Dämonenvetreibung auch heute noch (2022)?

Exorzismus in Deutschland. „Das Ritual der sogenannten Teufelsaustreibung gehört doch schon längst der Vergangenheit an“, so die weitverbreitete Meinung. Doch weit gefehlt, denn noch immer ist Exorzistentum und Dämonenvetreibung ein hochaktuelles Thema und das nicht nur in fernen Ländern oder anderen Kulturen. 

Exorzismus in Deutschland, Österreich & Europa – existiert das 2022 noch?

Exorzismus in Deutschland, Österreich und Europa

Exorzismus in Deutschland, Österreich und Europa

Exorzismus in Europa ist nicht etwa nur eine Fantasie aus alten Horrorfilmen, sondern eine Praxis, die Experten zufolge immer noch weit verbreitet ist.

Was ist Exorzismus?

Das Wort Exorzismus hat seinen Ursprung in der griechischen Sprache, nämlich genauer gesagt aus dem Begriff „Exorkizein“, was so viel bedeutet, wie Dämonenvertreibung. Darunter versteht man in vielen Religionen die rituale Technik der Austreibung von bösen Geistern aus „Besessenen“ sowie aus Tieren, Gegenständen oder Orten.

Wie sieht das Ritual aus?

Wie sieht das Ritual zur Dämonenaustreibung aus?

Wie sieht das Ritual zur Dämonenaustreibung aus?

Vom Teufel besessene Menschen mit verzerrten Gesichtern, seltsame Sprachen, wilde Flüche und Priester, die mit einem vorgehaltenem Kreuz, gegen böse Geister kämpfen. So, oder so ähnlich stellen sich die meisten das Ritual der Teufelaustreibung vor.
Doch Exorzismen sind nicht immer so spektakulär und gewaltvoll, wie uns manche Hollywoodfilme glauben machen wollen. Vielmehr praktiziert man Exorzismen sowohl unter Muslimen als auch im katholischen Christentum mit Gebeten, Segens- oder Beschwörungsformeln sowie mit Rezitationen aus der Bibel oder dem Koran.

Wann existierte Exorzismus im Mittelalter?

Die Rituale der Dämenonenaustreibung wurden bereits im 14. Jahrhundert praktiziert. Hier wurden Exorzismen bei Menschen betreiben, die sich in unverständlichen Sprachen ausdrückten oder allgemeinhin als vom Teufel besessen galten. Zu dieser Zeit war auch die Hexenverbrennung ein aktuelles Thema. Das Ritual fand seinen Höhepunkt im Jahr 1614, als es als offizielles „Rituale Romanum“ durch speziell ausgebildete Priester vollzogen werden durfte.

Exorzismuspraktiken im Mittelalter

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Exorzismuspraktiken im Mittelalter

Früher wurde ein beauftragter Arzt oder Mediziner dazu beauftragt, vor Beginn einer Dämonenaustreibung festzustellen, dass der vermeintlich Besessene nicht unter einer „natürlichen“ Geisteskrankheit litt.

Im nächsten Schritt wurde der Besessene auf religiöse Weise für die Austreibung vorbereitet.

Dies geschah unter anderem durch:

  • Fasten
  • Beichten
  • Gebete
  • Wallfahrten
  • Almosen verteilen

Wie funktionierte das Ritual?

Danach erfolgte das eigentliche Ritual, das durch einen Exorzisten, einen besonders dafür ordinierten Kleriker durchgeführt wurde. Mit einer geweihten Stola umschlang dieser den Hals, in manchen Fällen auch weitere Körperteile des Besessenen und sprach besondere Austreibungsformeln in Verbindung mit Gebeten und Beschwörungen der bösen Dämonen.
Oft musste sich der Patient auch ausziehen oder es wurden ihm die Haare kahl geschoren, da man der Ansicht war, dass sich genau dort der Dämon gerne „einnistete“. Zudem wurde Weihwasser und Salböl zur Abschreckung angewandt.
Laut Überlieferung sollte diese Praktik den bösen Geist dazu veranlasst haben, den Körper des Besessene aus Mund, Nase oder anderen Körperöffnungen unter widerlichen Gestank wieder zu verlassen. Anwesende des Rituals wurden abschließend geweiht und gesegnet, um zu verhindern, dass sich der Dämon eine neue Heimstatt als Zuflucht suchen könne.

Exorzisten im Mittelalter

Außer von kirchlichen Exorzisten wurde das Exorzistentum im Mittelalter auch von Magiern, Zauberern oder Wunderdoktoren praktiziert. Die Vorgehensweisen waren ähnlich denen der religiösen Praktiken, waren allerdings oft auch mit körperlichen Züchtigungen des Besessenen verbunden. Nicht immer gelang die Teufelsaustreibung und in vielen Fällen erwies sich der Dämon als äußerst widerspenstig.
Je nachdem, wie resistent der Besessene war, führten diese oft extremen Praktiken letztendlich zum Tod, des Patienten. War der Exorzist jedoch häufig erfolgreich, so verbreitete sich sein Ruf und er kam zu Ruhm und Ehre.

Exorzismus in der Kirche und heute

Exorzismus in der Kirche und heute

Exorzismus in der Kirche und heute

Abseits aller mittelalterlicher Klischees gibt es Exorzismus in der katholischen Kirche auch noch heute. Im Jahre 1990 wurde die internationale Vereinigung der Exorzisten ins Leben gerufen. Diese wurde gegründet von Pater Gabriele Amorth, der bis zu seinem Tode im Jahr 2016 als Chefaustreiber des Vatikans galt. Während des Zweiten Weltkriegs war Amorth im italienischen Widerstand aktiv. Er war davon überzeugt, dass die Nazis im Auftrag des Teufels arbeiteten und dass Stalin selbst von bösen Dämonen besessen sei.

Laut Informationen des Vatikans soll Amorth im Laufe seiner Exorzistenkarriere mehrere zehntausende Austreibungen durchgeführt haben.Heute bestehen die Exorzismusrituale meist aus Gebeten sowie Segensformeln, die in einfacher Form auch bereits während der Taufe vollzogen werden.

Der sogenannte feierliche oder auch große Exorzismus in der Kirche, darf allerdings gemäß des Kirchenrechts von 1983 heutzutage allerdings nur nach ausdrücklicher Genehmigung des zuständigen Bischofs durch einen dafür ausgebildeten Priester oder Geistlichen vollzogen werden.

Exorzismus in Europa

Noch immer erkennt die katholische Kirche in Europa Besessenheit offiziell an. Dies gilt für Phänomene, die medizinisch und psychiatrisch als unerklärbar gelten. Allerdings wirbt die Kirche nicht mehr, wie früher, mit ihren Diensten und Praktiken, sondern setzt eher auf Diskretion und Achtsamkeit. Die katholische Kirche sieht in jeder Austreibung die Bitte an Gott, betroffene Menschen von der Macht des Teufels zu befreien.
Diese Vollmacht leitet Kirche aus dem Neuen Testament ab, in dem von Dämonenaustreibungen durch Jesus Christus berichtet wird. Vor jeder Austreibung werden außerdem umfassende Untersuchungen von Experten durchgeführt, die je nach Region von Gesprächen mit Geistlichen bis hin zu Terminen bei speziell ausgebildeten Psychiatern reichen.
Während in den südlichen Ländern die Austreibung von Dämonen relativ offen angesprochen Wird ist das Thema Exorzismus in Deutschland eher zurückhaltend betrachtet.

Exorzismus in Deutschland

Heute ist auch der Exorzismus in Deutschland noch lange nicht passé. Schätzungen zufolge finden täglich noch immer mehrere Exorzismen in Deutschland statt. Der Journalist Marcus Wegner beschäftigt sich bereits seit über 13 Jahren mit diesem Thema und ist sich sicher: „In der katholischen Kirche haben wir es derzeit täglich mit zwei bis drei Teufelsaustreibungen zu tun.“ In der evangelikalen Szene sollen es bis zu sieben sein.
Exorzismus heute, Der Teufel spricht deutsch, Marcus Wegner

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Allerdings sind diese Zahlen über Exorzismus in Deutschland nicht offiziell. Auch in unseren Nachbarländern wird das Exorzistentum nach wie vor rege praktiziert. So ist Exorzismus in Österreich ebenso ein alltägliches Phänomen, wie auch Exorzismus in Polen, Italien oder in anderen europäischen Ländern.

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