Gesundheit

Zahlen und Fakten zu Depressionen

Zahlen und Fakten zu Depressionen, Statistiken

Sprüche wie „Reiß dich mal zusammen.“ oder „Hab dich nicht so.“ kommen leicht über die Lippen, wenn jemand unter einer getrübten Stimmung leidet. Vermutlich hat jeder schon einmal eine solche Aussage erhalten oder gar selbst getätigt. Oftmals steckt hinter bestimmten Verhaltensweisen einer Person aber keine Faulheit, sondern eine ernst zu nehmende Erkrankung. Immer mehr Menschen leiden an einer Depression und benötigen eine Therapie. Mittlerweile hat diese Erkrankung leider den Stellenwert einer „Volkskrankheit“ eingenommen.

Bloß gedrückte Stimmung, depressive Verstimmung oder schon eine Depression?

Depressionen Zahlen und Fakten, Statistiken

Unter der Diagnose Depression versteht man eine schwere psychische Störung mit Krankheitswert. Diese seelische Erkrankung äußert sich in zahlreichen und verschiedensten Symptomen. Allerdings benötigt nicht jedes Motivationstief direkt eine Therapie, denn Depressionen sind vielseitig. Sie gehen mit Antriebs- und Lustlosigkeit einher. Die Betroffenen sind müde, können sich zu nichts aufraffen. Sie leiden an Konzentrationsschwierigkeiten, grübeln und verweilen stundenlang in ihren Gedanken.Ohne Therapie rutschen sie immer tiefer in ein Tal aus Selbstzweifeln und Selbstgeißelung.

Es existieren allerdings verschiedene Formen solcher seelischen Störungen. So können andauernde Tiefs in der Stimmung bereits eine depressive Verstimmung darstellen. Leichte Formen seelischer Verstimmungen klingen in der Regel binnen weniger Tage oder Wochen von selbst ab und sind verbunden mit Stress in Form eines konkreten privaten oder beruflichen Ereignisses.

Dauert eine depressive Verstimmung entgegen allen Erwartungen an und wird nicht behandelt, so kann sie sich im schlimmsten Fall zu einer ernsten Depression entwickeln und eine Therapie wird unerlässlich.
Einzelne depressive Episoden können mehrere Monate andauern. Liegen die Symptome für einen Zeitraum von 1 bis 2 Jahren konstant vor, spricht man von einer chronischen Depression. Diese Menschen haben oftmals die Fähigkeit, Freude zu empfinden, gänzlich verloren und benötigen dringend ärztliche oder psychotherapeutische Hilfe.

Ursachen, Behandlung und Heilungschancen

Ursachen, Behandlung und Heilungschancen

Um an einer Depression zu erkranken, braucht es eine Veranlagung. Diese ist oft vererbt und genetisch bedingt. Erhalten Personen die Diagnose Depression, so liegt das Risiko für die anderen Familienmitglieder an einer Depression zu erkranken doppelt oder dreimal höher als in anderen Familien.
Auch psychosoziale Aspekte spielen eine wichtige Rolle. Treten beispielsweise in der Kindheit traumatische Erlebnisse auf, so kann auch hier die Veranlagung für eine spätere Depression geschaffen werden.

Die Therapie erfolgt mittels medikamentöser Behandlung durch Antidepressiva und mit Psychotherapie. Bei leichten Formen besteht auch die Möglichkeit der Therapie durch Beratungs- und Gesprächsangebote. In mehr als zwei Dritteln der Fälle leiden die Betroffenen nicht an einer chronischen Depression, sondern haben mehrere Episoden völliger Gesundheit. Die einzelnen Phasen einer Depression können unbehandelt bis zu 12 Monate andauern. Bei den meisten Personen schlägt die Behandlung und die Therapie allerdings gut an und die Leidensdauer verkürzt sich auf wenige Monate.

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Generell sind die Heilungschancen bei einer einmalig auftretenden Depression hoch. Beachtet werden muss aber das Rückfallrisiko. Werden keine Vorsorgemaßnahmen getroffen, so besteht ein Risiko erneut an einer Depression zu erkranken. Lag zuvor bereits eine schwere Form der Depression vor, liegt das Rückfallrisiko sogar noch höher.

Wie viele Menschen erkranken jährlich an einer Depression?

Wie viele Menschen erkranken jährlich an einer Depression

Statistiken zu Depressionen

Depressionen gehören zu den am häufigsten auftretenden Erkrankungen in Deutschland. Hierzulande erhalten jährlich 5 Millionen der Erwachsenen zwischen 18 und 79 Jahren die Diagnose Depression. Das sind im Schnitt 8 Prozent der deutschen Bevölkerung. Dabei sind 23 Prozent selbst von der Erkrankung betroffen und 37 Prozent als Angehörige involviert und mitbetroffen. Selbstverständlich erhöht sich diese Zahl noch einmal um die erkrankten Kinder und Jugendliche oder diejenigen, die älter als 79 und von dieser Studie nicht erfasst sind.

Weltweit sind sogar ca. 322 Millionen Menschen an einer Depression erkrankt. Im Schnitt entwickelt jeder 5. Oder 6. Mensch in Deutschland im Laufe seines Lebens eine Depression.
In den letzten 10 Jahren haben die Verordnungen von Antidepressiva um 40 Prozent zugenommen. Gerade in hoch industrialisierten Ländern ist die Zahl der Diagnosen rapide angestiegen.

In der Regel sind Frauen sogar doppelt so oft betroffen wie Männer. Über die Ursachen lassen sich lediglich Mutmaßungen aufstellen. So könnte dieser geschlechtsspezifische Unterschied darin liegen, dass Frauen aufgrund von hormonellen Schwankungen anfälliger für eine Depression sind. Auch unterschiedliche soziale Rollen und Zuschreibungen könnten Auslöser hierfür sein.
Aber auch die Folgen einer Depression dürfen nicht unbeachtet bleiben. Durchschnittlich betrachtet stirbt alle 40 Sekunden ein Mensch an Suizid. Bei mindestens der Hälfte dieser Suizidfälle war die Person an einer Depression vorerkrankt.

Hilfe für Betroffene

Dauern die gedrückte Stimmung in Kombination weiterer Symptome länger als zwei Wochen an oder treten in regelmäßigen Abständen immer wieder auf, sollte ein Arzt oder Psychotherapeut aufgesucht werden. Behandlung und Therapie sind oft unerlässlich. Es ist kein Zeichen von Schwäche sich Hilfe zu holen. Informationen über Diagnose, Therapie oder Behandlungen erhalten Betroffene z. B. auf der Website der Depressionshilfe

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