BeziehungSpiritualität

Der spirituelle Sinn einer (glücklichen) Partnerschaft

Was genau ist eigentlich der Sinn einer (glücklichen) Partnerschaft? Das Teilen von Bett, Tisch und der Freude am Sex? Sicherlich nicht.

Oft ist das, was man Liebe nennt, ein Mix aus Ängsten, Bedürfnissen, Erwartungen, Besitzansprüchen und emotionaler gegenseitiger Abhängigkeit. Viele Menschen fragen sich: „Was kriege ich in dieser Beziehung?“ (Be-ziehung; ein hin und her ziehen. Das Wort Partnerschaft beschreibt zwei Menschen in Augenhöhe , damit endet die Eltern-Kind Beziehung.) Eine vielleicht bessere Frage wäre: „Was kann ich in meiner Partnerschaft lernen?“ Heute bin ich überzeugt davon, dass es in Partnerschaften u.a. um mehr Selbstliebe geht. Das ist für mich der eigentliche Sinn einer wirklich glücklichen Partnerschaft.

Für mich bedeutet Partnerschaft Wachstum und Veränderung. Anstelle von Beziehungen kann man auch von Lern-Begegnungen sprechen.
Der Wunsch nach einer harmonischen und erfüllenden Liebesverbindung ist nämlich eine Riesenchance zur persönlichen Weiterentwicklung, denn eine Partnerschaft macht es erforderlich, spirituell zu wachsen und zu reifen. Das ganze Leben lehrt uns alles Mögliche und ist eine Art Schule, aber in einer Partnerschaft kann man sich besonders schnell entwickeln, sie ist eine ganz besondere Schulform.

Im Gegensatz zu Arbeitskollegen und Freunden verbringt man seine Zeit mit dem Partner, der ja viel leichter „verfügbar“ ist, intimer und kommuniziert direkter. Je intimer wir sind, umso offener sind wir. Je offener wir sind, umso authentischer sind wir. Je authentischer wir sind, umso besser lernen wir uns selbst kennen, umso schneller wachsen wir spirituell-geistig (und das fördert auch unsere schöpferischen Fähigkeiten).

Das Spiegelgesetz:
Aus tantrischer Sicht ist der Mensch ein Spiegel des Universums bzw. seine Beziehung nimmt eine Spiegelfunktion ein. Das deckt sich mit den Lehren des Gesetzes der Anziehung, welches uns ja sagt, dass alles, was wir innerlich sind, wir früher oder später im Außen erleben, da die Außenwelt nur ein Abbild bzw. ein Spiegelbild unseres Innenlebens, unserer Schwingung darstellt.

Und auch der hermetische Leitsatz lehrt uns: Wie oben, so unten, wie unten, so oben. Wie innen, so außen, wie außen, so innen. Wie im Großen, so im Kleinen, und wie im Kleinen, so im Großen (Mikrokosmos = Makrokosmos oder wie im „Vater unser“: Wie im Himmel, so auf Erden). Liebe kann also nur dann entstehen, wenn der andere bereit ist, einem das zu geben, was man sich selbst gerne wünscht – da alles gespiegelt wird.

„Die Liebe ist ein Brunnen, aus dem wir nur so viel trinken, als wir hinein geschöpft haben, und die Sterne, die aus ihm blinken, sind nur unsere Augen, die hineinschauen.“ (Marie-Henri Beyle)

Wir wissen: Da alles auf Ursache und Wirkung beruht, ist keine Partnerschaft zufällig entstanden. Alles im Leben hat einen tieferen Sinn. Unser Partner erfüllt etwas in uns, was wir in diesem Lebensabschnitt wirklich brauchen. Jeder Partner, den wir hatten, war viel mehr als nur unser Partner, er war, spirituell gesehen, auch unser selbst angezogener Lehrer (ohne es selbst zu wissen) – und genauso waren wir ihr/sein Lehrer.

beziehung karmaDas Ganze kann man sich ungefähr so vorstellen: Ich sehe z.B. „Defizite“ an meinem Partner, etwas das mich stört (meistens kurz nach der sogenannten Verliebtheitsphase), lehne es ab und kritisiere meinen Partner dafür. Tatsächlich ist es aber so, dass genau dieser Punkt mir bei mir selbst nicht gefällt. Man könnte es auch so formulieren: Meine „Schwäche“ sieht die „Schwäche“ des Partners“ und umgekehrt – und dasselbe gilt für unsere „Stärken“. Das, was bisher verborgen war, wird enthüllt.

Es geht darum glückshinderliche und ungelöste Verhaltensmuster, die man zwar im Partner registriert, sie aber selber hat, zu ändern. Das dient unserem persönlichen Wachstum. Wer gibt schon gerne zu, dass er auch Schattenseiten hat? Kaum jemand. Man gesteht sie sich selbst selten zu. Stattdessen spaltet man die negativen Seiten von sich ab und bekommt sie dann eben von außen gespiegelt. Und jede Spiegelung ist eine Aufforderung an uns, dass es an der Zeit ist, an uns selbst zu „arbeiten“, uns komplett und vollständig anzunehmen, mit allen Ecken und Kanten, in unserer Ganzheit.

„Wir sind der Spiegel und das Gesicht, das sich darin spiegelt.“ (Rumi)

Das Leben ist also eine Art Projektionsfläche, die unsere innersten Glaubenssätze, Gedanken und Gefühle spiegelt. Die „Schwäche“, die ich im Anderen sehe, ist eigentlich mein eigener Schatten, den ich auf den Anderen projiziert habe. Mein Partner dient mir als Spiegelbild meiner unbewusst ausgestrahlten Eigenschaften und Persönlichkeitsanteile, damit ich mich selbst besser verstehe (wer bin ich, was will ich und was will ich nicht) und diese Aspekte bearbeiten kann. So gesehen sollte jeder von uns seinem Partner unendlich dankbar sein, dass er uns dabei geholfen hat, mehr über uns selbst zu erfahren, dass er uns in bestimmten Bereichen die Augen geöffnet hat.

Der Sinn der Verliebtheit besteht offensichtlich u. a. darin, dass man sich mit den „störenden“ und „anstrengenden“ Aspekten auseinandersetzt, anstatt davor zu flüchten. Ohne die Verliebtheit würde man vermutlich schnell das Weite suchen. Natürlich gilt das „Spiegeln im Partner“ auch für Fähigkeiten und Eigenschaften, die man am Partner bewundert. All das, was uns am Partner erfreut, schlummert auch tief in uns.

„Beziehung ist der Spiegel, in dem wir uns selbst so sehen, wie wir sind.“ (Krishnamurti)

Unsere äußeren Lebensumstände lassen sich immer erst dann verändern, wenn wir eine Veränderung in unserem Inneren vornehmen. Das ist leicht zu verstehen, wenn man sich das bewusst macht, was die Quantenphysik uns lehrt, nämlich, dass wir alle EINS sind, dass es, aus einem höheren Blickwinkel aus gesehen, kein innen und außen gibt, sondern dass alles eine harmonische Einheit darstellt.

Das Wort „Partner“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt Teil / Anteil. Das sagt mir, dass ich meinen Partner als einen Teil von mir selbst (oder mich als einen Teil meines Partners) verstehe und uns gleichermaßen liebevoll behandeln sollte. Nicht von ungefähr spricht man ja auch spaßeshalber von seiner „besseren Hälfte“.

Jedes Paar, welches sich verinnerlicht hat, dass man sich in einer Partnerschaft gegenseitig dabei hilft, spirituell zu wachsen, ist ein glückliches Paar. Solch eine Partnerschaft wächst viel stärker zusammen, als eine, in der man nur nach den eigenen, persönlichen Vorteilen Ausschau hält.

Jede „spirituelle Partnerschaft“ hat zu ihrer wahren und natürlichen Bedeutung gefunden, befindet sich auf einem höheren Niveau und ist durch das gemeinsame Ziel nach mehr Bewusstheit mit einem glücklichen Sinn ausgefüllt. Eine spirituelle Partnerschaft ist eine Gewinn-Gewinn-Situation und führt früher oder später zu einer glücklichen Verbindung zwischen zwei Menschen, die sich selbst und die Welt so annehmen, wie sie sind.

Es ist der Weg, die Liebe zu sich selbst, zur Welt und dem Leben wieder zu entdecken, die man vergessen hat, weil man sich zu sehr im Außen verloren hat, und es geht darum, sich seiner eigenen wundervollen Identität bewusst zu werden.

Eine Partnerschaft ist eine wunderschöne Unterstützung auf dem Weg, die Einheit in sich selbst zu finden.

Die Welt ist ein Spiegel von Dir.
Deine Dragica

  Dragica Schadegg ist Karma ExpertinDragica Schadegg ist Karma Expertin, Coach, Trainerin und Autorin
Sie unterscheidet sich von anderen Lebenserfolgsexperten dadurch, dass sie jenseits von Regeln und Vorstellungen des Verstandes aus einem grenzenlosen, seelisch-spirituellen Bewusstsein heraus arbeitet. Die größte Motivationskraft der Seele fördert sie in der Ausrichtung auf Liebe und Erfüllung im Leben.
Sie sagt: „Die größte Erfüllung des Menschen ist es, ganz bei sich selbst anzukommen, glücklich und erfolgreich in allen Lebenslagen zu sein.“
Ihr neustes Buch „Vom Wollen zum SEIN“ http://www.bewusstseinszentrum.de/

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