Singlebörsen: Was sie bringen und was nicht…


Ein (nicht immer ernst zu nehmender) Erfahrungsbericht von Jana Behr, Bloggerin auf „Heldin des Alltags“

Welches Thema interessiert mich als Single-Frau am meisten? Richtig, die Liebe! Und, was glaubt ihr, interessiert meine Leser am meisten? Richtig, die Liebe! Deshalb habe ich mir jetzt überlegt, dass ich über die Liebe oder eben die Suche nach der Liebe eine dreiteilige Serie schreibe.

Den Anfang machen Singlebörsen, die ich ja schon das eine oder andere mal frequentiere. Welche nutze ich? Wie sind die so? Was haben sie mir gebracht? Und natürlich prämiere ich auch mein Lieblings-Dating-Portal und mein schrägstes Date!

Also, wenn ich mich besinne, habe ich schon ein bisschen Erfahrung mit Online-Partnersuchen… Angefangen hat das vor so sieben Jahren. Davor habe ich meine Partner immer in der freien Wildbahn kennengelernt. Und, dann, von einem Tag auf den anderen, als wäre „Klick“ der Schalter von einer auf die andere Sekunde umgestellt worden, war das vorbei. Nicht, dass sich keiner mehr für mich interessiert hätte, aber es ist einfach nie mehr passiert.

Zum einen, weil ich wahrscheinlich zu wenig draußen war, aber zum anderen auch, weil ich dachte, jeder (Typ) könnte auf meiner Stirn „Single“ lesen. Und sofort sehen, dass ich ganz unbedingt einen Mann brauche… Vielleicht kennt ihr das ja auch? Nun ja. Das hatte zur Folge, dass ich keinen Mann mehr anlächelte und ihn, ob meines völlig gelangweilten Blickes, nur um ihm zu zeigen, dass ich es auf keinen Fall nötig hatte, verjagte.

Dating Café: für Frauen bis 45 umsonst!

Also, machte ich mich auf, die deutsche Singlebörsen-Landschaft zu erkunden. Angefangen habe ich damals mit Dating Café. Was cool war, weil man bis 45 als Frau nichts bezahlen muss. Außerdem fand ich, dass dort auch einige kulturell bemittelte Männer zu finden waren. Auch wenn ich schon lange nicht mehr auf der Plattform war, kann ich sie dahingehend auf jeden Fall empfehlen.

Shop a man: Wenn man Männer kaufen kann…

Dann wurde ich 46… Nein, ist ein Witz, auch auf Dating Café blieb ich nicht länger als meine obligatorischen zwei Monate. Länger halte ich es nie aus! Irgendwie bin ich schon nach kurzer Zeit von den zig Mails so überfordert und genervt, dass ich mich „Knall auf Fall“ abmelde. Ein tolle Lösung für das „überlaufende“ Mailfach war „Shop a man“.

Ich liebte die Grafik und auch das System dahinter. Endlich wurde ich nicht mehr mit Mails bombadiert, sondern musste einen Mann erst einmal in meinen Einkaufswagen legen, bevor er mir schreiben durfte. Es war auch so lustig, wie das dargestellt war… Ein Männchen lag dann schräg über in einem Einkaufswagen! Großartig! Eine super Funktion, die die Macher des Portals leider nicht in bare Münze verwandeln konnten und „Shop a man“ den Bach runterging. Leider! So was suche ich bis heute!

Tinder: das Schicksal nach links oder rechts wischen

Ein ähnliches System bieten natürlich auch „Tinder“ und Co. Hier bekommt man ein Bild gezeigt und „ixt“ die Männer dann mit einem Klick auf das Kreuz weg oder gibt ihnen ein grünes Herzchen. Wenn dann auch der Mann einen nach rechts wischt, also ins gute „Kröpfchen“ teilt, dann macht es „Bing“ und es kommt zu einem Match. Erst dann kann man demjenigen schreiben.

Ich finde, eine super Sache, weil man dann nicht ins Blaue drauf hin Sympathiebekundungen rausschickt, sondern schon einmal einigermaßen auf der sicheren Seite ist. Ihr merkt meine Vorsicht. Denn lerne: Auch Männer in Singlebörsen möchten manchmal gar keine Beziehung und sie merken dies komischerweise erst beim dritten Date… tststs…. Ein erst wieder vor Kurzem erlebtes Learning…

Jedenfalls ist Tinder ganz praktisch und auch wenn die App einen schlechten Ruf hat, möchte nur jeder zweite Mann mit einem direkt ins Bett. Den kann man dann einfach blockieren…

Elitepartner – warum Klassiker nicht unbedingt besser sind

Jetzt ist es nicht so, dass ich nicht auch den Klassiker ausprobiert hätte: Elitepartner. Mein Gedanke dahinter war: ich Akademiker, er Akademiker. Passt dann vielleicht besser. Mein ehrliches Urteil? Also, Abschluss hin, Abschluss her: Einen „Qualitätsunterschied“ (schon ein komisches Wort in diesem Zusammenhang) konnte ich beim besten Willen nicht finden. Ist ja auch nicht so, dass Männer per se toller wären, nur, weil sie studiert hätten… Da kommt es auf andere Werte an…

Finya: ist kostenlos und trotzdem gut

Apropos, die Singlebörse, die mir bislang die meisten Männer „eingebracht“ hat, die es wenigstens bis zur ersten oder zweiten Dating-Runde geschafft haben, ist Finya. Finya hat noch einen weiteren Vorteil: das Partnerportal ist kostenlos. Wer mit ein bisschen Werbung leben kann, trifft damit meiner Meinung nach die beste Auswahl.

Auch hier melde ich mich zwar regelmäßig nach zwei Monaten ab, aber ich komme immer wieder. Spätestens, wenn ich es da draußen in der realen Welt wieder einmal nicht gebacken bekommen habe, genug Männer anzulächeln.

Mein Lieblingsportal: „Im Gegenteil“

Meine Lieblings-Singlebörse ist allerdings „Im Gegenteil“. Auch wenn ich da noch nicht mitgemacht habe, weil ich denke, dass ich für die zu alt bin. Wenn ich mir die Suchenden anschaue, sind die allerhöchstens Mitte Dreißig, wenn überhaupt.

Aber erst einmal kurz zum Prinzip von „Im Gegenteil“: Dort können sich Nach-Liebe-Suchende durch eine professionell gestaltete Reportage vorstellen und bekommen dann von interessierten Lesern Anfragen. Die super Idee: Ein Foto-Team und ein Redakteur kommen zu einem nach Hause, was ich toll finde, weil ja nichts authentischer ist, es wird ein Interview geführt und gleichzeitig werden wirklich schön Fotos gemacht… Ich würde da so gerne mal mitmachen! Auf der Seite steht zwar, jeder könne sich bewerben, aber da wäre ich ja eine Oma unter den Youngsters…

Schade, ich habe den Machern von „Im Gegenteil“ schon mal den Vorschlag gemacht, dass ich sie bei den älteren Semestern in der Story-Gestaltung usw. unterstützen würde, aber damals bekam ich nur die Antwort, dass sie an einem Konzept für ältere Singles arbeiten. Nun ja, nebenbei, ich werde immer älter…

„Das Singledasein ist doch perfekt!

Man ist immer für sich da, wenn man sich braucht.“

Mein schrägstes Singlebörsen-Date

Es ist gar nicht so einfach, das eine schlimmste Date zu finden… weil ich schon einiges in dieser Hinsicht erlebt habe. Von Moderatoren, die „Gerne-Reden“ nicht nur im Job ausüben, sondern auch im Alltag einfach nicht mit dem Quatschen aufhören können, über depressive Männer, die zum Glück nicht direkt am Tisch anfangen zu heulen bis zu Typen, die einem beim Abschied sagen, dass sie sich vor dem nächsten Date erst einmal noch ein paar andere Kandidatinnen ansehen.

Das Krasseste allerdings war, als einer direkt zur Begrüßung sagte: „Schlank ist das aber nicht!“ Und dann meinte er noch, dass ich die Männerwelt betrügen würde, wenn ich so Dinge, wie „schlank“ in mein Profil schreiben würde. Grmpf. Das saß… Und, weg war ich!

Ich hoffe, euch hat dieser erste Teil zum Thema „Single-Liebe“ Spaß gemacht und Gleichgesinnte probieren die eine oder andere Singlebörse mal aus. Ich freue mich auf Eure Erfahrungen! Im nächsten Teil werde ich mal genau beleuchten, warum ich, und Singles im allgemeinen, überhaupt einen Mann wollen und im dritten Teil schlage ich euch lustige Möglichkeiten vor, wie ihr Männer im realen Leben kennenlernt. Stay tuned!


Jana Behr ist Journalistin, Texterin und Marketingberaterin. Am liebsten schreibt sie auf ihrem Blog www.heldindesalltags.com, der eine Mischung aus „Sex and the City“ und Literaturblog ist. Mit ihm will sie ihren Lesern ein Lächeln auf die Lippen zaubern und sie für einen Moment von ihrem Alltag ablenken.

Täglich Flipflop Stories und selbst kreierte Zitate zum Lachen, Nachdenken und Lieben finden Sie unter https://www.instagram.com/heldindesalltags_/ oder auch auf Facebook https://www.facebook.com/heldinnenalltag/.

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