Binaurale Beats – Reduzierung von Stress & Ängsten, Erhöhung von Konzentration, Motivation und Selbstvertrauen


Was sind Binaurale Beats?

Sicherlich sind auch Ihnen stressige Situationen bekannt, denn gegen Stress ist buchstäblich kein Kraut gewachsen – oder etwa doch? Binaurale Beats sind ein Hilfsmittel, das nicht nur gegen Stress, sondern auch beim Konzentrieren und Lernen helfen soll. Doch was sind Binaurale Beats eigentlich und wie funktionieren sie?

Binaurale Beats sind Töne, die im menschlichen Gehirn entstehen, sobald zwei leicht verschiedene Frequenzen gleichzeitig abgespielt werden. Dies ist am ehesten vergleichbar mit den Schwebungen, die zu hören ist, wenn zwei unterschiedlich gestimmte Instrumente versuchen, den gleichen Ton zu spielen. Die Folge ist, dass der Ton nicht sauber klingt, sondern leicht pulsierend und rau. Allerdings tritt ein solcher Effekt nur auf, wenn der Unterschied bei den Frequenzen unter 30 Hertz liegt. Wenn die Frequenzen stärker voneinander abweichen, ergibt sich für den Hörer lediglich ein schiefes Klangbild. Allerdings klingt die Musik bei Binauralen Beats ohnehin nur dürftig, denn sie bestehen lediglich aus Sinustönen, die am ehesten einem kontinuierlichen Piepen ähneln. Um das Hörgefühl der Beats angenehmer zu gestalten, werden oftmals zusätzlich harmonische Kompositionen oder Naturgeräusche unterlegt.

Wie funktionieren Binaurale Beats?

Im Gegensatz zu Schwebungen sind Binaurale Beats nicht die Folge von Überlagerungen von Schallwellen im Ohr, sondern im Gehirn. Wissenschaftler nehmen an, dass dieser Ton im Stammhirn gebildet wird, genauer gesagt, im Zentrum für räumliches Hören. Die Trägerfrequenzen müssen unterhalb von 1.500 Hertz liegen, damit sich ein Beat überhaupt wahrnehmen lässt. Zusätzlich darf die Differenz zwischen den Frequenzen für das rechte und linke Ohr nicht mehr als 30 Hertz betragen, weil andernfalls zwei unterschiedliche Töne gehört werden.

Ein Beispiel: Wenn Sie auf dem rechten Ohr eine Frequenz von 420 Hertz und auf dem linken Ohr eine Frequenz von 430 Hertz hören, wird im Gehirn ein Ton von 425 Hertz erzeugt, also genau die mittlere Frequenz. Dabei nimmt man einen pulsierenden Ton wahr, ähnlich wie bei einer Schwebung – dies ist der Binaurale Beat. Die Differenz der beiden ursprünglichen Frequenzen ist dann die Frequenz, mit der dieser Beat pulsiert; im genannten Beispiel also zehn Hertz.

Wie beeinflussen Binaurale Beats unser Gehirn

Wie beeinflussen Binaurale Beats unser Gehirn?

Angeblich sollen langsame Binaurale Töne, die über vier bis sieben Schwingungen, also Beats, pro Sekunde verfügen, Einfluss auf unsere Hirnwellen haben und auf diese Weise meditative Zustände auslösen können. Sie sollen die Hirnströme in Einklang mit der Frequenz des Beats bringen und zur Förderung sogenannter Theta-Wellen beitragen. Diese Theta-Wellen haben einen Frequenzbereich zwischen vier und sieben Hertz. Solche Theta-Wellen lassen sich mit einem EEG bei leichtem Schlaf oder Meditation messen. Sollten die Wellen langsamer ausfallen, deutet dies auf einen tiefen Schlaf hin, wohingegen schnellere Wellen, in einem Frequenzbereich bis zwölf Hertz, im entspannten Wachzustand auftreten. Das EEG misst im aktiven Wachzustand letztlich mehr als zwölf Hertz.

Mögliche Auswirkungen auf das Befinden:

Grundsätzlich existieren drei Kategorien, die Interesse an Binauralen Beats haben:

  1. Im Bereich der Neurophysiologie dienen sie zur Erforschung vom Hörsinn.
  2. Ebenso wird im neurophysiologischen Bereich ihr Einfluss auf die Vorgänge im Gehirn erforscht.
  3. Bei bestimmten Methoden kommen sie zum Einsatz, um Schlaf, Meditation, Entspannung und Konzentration zu fördern und die Gehirnwellen zu stimulieren.

Tatsächlich konnten in unterschiedlichen Studien bewiesen werden, dass Binaurale Beats Einflüsse auf Hirnwellen ausüben und zudem solche Bereiche im Gehirn stimulieren, die nicht mit dem Hören verknüpft sind.

Durch ein EEG lassen sich unterschiedlichen Bewusstseinszuständen verschiedene Frequenzbänder elektrischer Impulse im menschlichen Gehirn zuordnen. Die Hirnströme eines schlafenden Menschen zeigen andere Frequenzen als bei Menschen, die sich im Wachzustand befinden. Die Vielzahl dieser Frequenzen befindet sich unterhalb der Wahrnehmungsgrenze vom Hörsinn von etwa 20 Hertz; sie lassen sich also nicht direkt wahrnehmen oder beeinflussen. Binaurale Beats können hingegen derartige Frequenzen virtuell im Gehirn erzeugen.

Abhängig davon, welcher Bewusstseinszustand gewünscht ist, werden dem Gehirn einer von vier neurologisch relevanten Frequenzbereichen angeboten:

Delta-Wellen: Binaurale Beats im Bereich der Delta-Wellen besitzen einen Frequenzbereich zwischen 0,1 und vier Hertz, was mit einem leichten Schlaf verbunden ist.

Theta-Wellen: Binaurale Beats im Bereich der Theta-Wellen bewegen sich in einem Frequenzbereich zwischen vier und acht Hertz. Dieser Bereich ist verbunden mit einem Schlaf in der REM-Phase, Meditation und Kreativität.

Alpha-Wellen: Binaurale Beats im Bereich der Alpha-Wellen besitzen einen Frequenzbereich zwischen acht und 13 Hertz, wodurch sich ein Zustand der Entspannung herbeiführen lässt.

Beta-Wellen: Binaurale Beats im Bereich der Beta-Wellen schließlich bewegen sich in einem Frequenzbereich zwischen 14 und 100 Hertz. Hierdurch sollen Konzentration und Aufmerksamkeit erhöht werden. Dahingegen kann diese Frequenz ebenso Ängste vergrößern – vor allem am oberen Ende des angegebenen Frequenzbereichs.

Was sind die möglichen positiven Auswirkungen von Binauralen Beats?

  • Reduzierung von Stress,
  • Reduzierung von Ängsten,
  • erhöhte Konzentration,
  • erhöhte Motivation,
  • erhöhtes Selbstvertrauen,
  • Steigerung der Laune,
  • Steigerung des Antriebs.

Der Zweck einer Therapie mit Binauralen Beats hängt natürlich davon ab, welche positiven Auswirkungen vom Patienten gewünscht sind. So möchten manche Menschen ihre Ängste reduzieren, während andere möglicherweise ihre Konzentration oder ihr Selbstvertrauen steigern möchten.

Kopfhörer aufsetzen und es kann losgehen

Um die gewünschte Wirkung der Binaurale Beats erleben zu können, müssen Sie zunächst Stereo-Kopfhörer aufsetzen, denn die Klänge werden über Boxen keine Auswirkung haben. Warum? Nun, dies liegt daran, dass Binaurale Beats stets aus zwei verschiedenen Frequenzen bestehen, die jeweils nur entweder über das linke oder das rechte Ohr wahrgenommen werden sollen. Wenn die Musik aus den Lautsprechern ertönt, werden Sie von diesen unterschiedlichen Frequenzen nichts mehr mitbekommen.

Zusätzlich ist es wichtig, dass der Sound so wenig wie möglich komprimiert ist. Daher werden diese speziellen Stücke in Form von mp3-Dateien angeboten, die mithilfe eines speziellen Verfahrens komprimiert wurden. Andernfalls kann es durch eine zu starke Komprimierung dazu kommen, dass wichtige Teile der Beats fehlen.

 

Interessante Studien zum Thema (Quelle: Wikipedia):

Binaural Beats. In: Encyclopaedia Britannica.
↑ M. W. Spitzer, M. N. Semple: Transformation of binaural response properties in the ascending
auditory pathway: influence of time-varying interaural phase disparity. In: Journal of
neurophysiology. Band 80, Nummer 6, Dezember 1998, S. 3062–3076. PMID 9862906.

↑ Heinrich Wilhelm Dove u. a.: Akustik, Theoretische Optik, Meteorologie. In: Repertorium der
Physik. Band 3, 1839, S. 404 in der Google-Buchsuche

↑ G. Oster: Auditory beats in the brain. In: Scientific American. 229(4), Oktober 1973, S. 94–102.

↑ M. H. Thaut: Neural basis of rhythmic timing networks in the human brain. In: Annals of the New
York Academy of Sciences. Band 999, November 2003, S. 364–373. PMID 14681157 (Review).

↑ P. A. McConnell, B. Froeliger, E. L. Garland, J. C. Ives, G. A. Sforzo: Auditory driving of the
autonomic nervous system: Listening to theta-frequency binaural beats post-exercise increases
parasympathetic activation and sympathetic withdrawal. In: Frontiers in psychology. Band 5,
2014, S. 1248, doi:10.3389/fpsyg.2014.01248. PMID 25452734, PMC 4231835 (freier Volltext).

↑ V. Abeln, J. Kleinert, H. K. Strüder, S. Schneider: Brainwave entrainment for better sleep and
post-sleep state of young elite soccer players – a pilot study. In: European journal of sport
science. Band 14, Nummer 5, 2014, S. 393–402, doi:10.1080/17461391.2013.819384. PMID
23862643.

↑ S. A. Reedijk, A. Bolders, B. Hommel: The impact of binaural beats on creativity. In: Front Hum
Neurosci. 7, 14. Nov 2013, S. 786.

↑ C. F. Lavallee, S. A. Koren, M. A. Persinger: A quantitative electroencephalographic study of
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medicine. Band 17, Nummer 4, April 2011, S. 351–355, doi:10.1089/acm.2009.0691. PMID
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anaesthesia for day case surgery. In: Anaesthesia. Band 60, Nummer 9, September 2005, S. 874–
877, doi:10.1111/j.1365-2044.2005.04287.x. PMID 16115248.

↑ L. J. Rogers, D. O. Walter: Methods for finding single generators, with application to auditory
driving of the human EEG by complex stimuli. In: Journal of neuroscience methods. Band 4,
Nummer 3, Oktober 1981, S. 257–265. PMID 7300432.

↑ R. A. Dobie u. a.: Binaural interaction in human auditory evoked
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303–313.

↑ G. M. Gerken, G. Moushegian, R. D. Stillman, A. L. Rupert: Human frequency-following
responses to monaural and binaural stimuli. In: Electroencephalography and clinical
neurophysiology. Band 38, Nummer 4, April 1975, S. 379–386. PMID 46818.

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